Technik10 Min. LesezeitAktualisiert: Februar 2026

Gebrauchtwagen Technik-Check – Die ultimative Checkliste

Ein gründlicher Technik-Check kann dich vor teuren Überraschungen bewahren. Mit dieser Checkliste gehst du systematisch vor und vergisst keinen wichtigen Punkt.

1. Vor der Besichtigung

  • Termin bei Tageslicht vereinbaren – Mängel sind bei Kunstlicht schwerer zu erkennen
  • Fachkundige Person mitnehmen, wenn möglich
  • Taschenlampe, Magnet und Reifenprofilmesser einpacken
  • Serviceheft und Fahrzeugpapiere vorab anfordern

2. Außen-Check

Lack und Karosserie:

  • Farbunterschiede: Auf Nachlackierungen prüfen (verschiedene Betrachtungswinkel)
  • Spaltmaße: Gleichmäßige Abstände zwischen Türen, Haube und Kofferraum
  • Rost: Radläufe, Schweller, Türunterkanten und Unterboden kontrollieren
  • Steinschlag: Windschutzscheibe und Motorhaube prüfen
  • Dellen und Kratzer: Systematisch alle Seiten abgehen
Tipp: Fahre mit der flachen Hand über verdächtige Stellen. Nachlackierungen fühlen sich oft rauer an.

Reifen:

  • Profiltiefe messen (Minimum 1,6mm, empfohlen mindestens 3mm)
  • Gleichmäßige Abnutzung prüfen – ungleichmäßig deutet auf Fahrwerksprobleme hin
  • Alter der Reifen (DOT-Nummer, max. 6 Jahre empfohlen)
  • Marke und Qualität der Reifen beachten

3. Motor und Technik

  • Kaltstart: Motor bei kaltem Motor starten – auf Geräusche achten
  • Ölstand: Peilstab prüfen – Farbe (goldbraun = gut, schwarz = Service fällig)
  • Kühlflüssigkeit: Stand und Farbe kontrollieren (kein Öl drin!)
  • Zahnriemen/Steuerkette: Wann zuletzt gewechselt? (oft 100.000 km oder 5 Jahre)
  • Auspuff: Weißer Rauch = Kühlwasser, blauer Rauch = Ölverbrauch
  • Batterie: Alter und Zustand prüfen

4. Probefahrt

Plane mindestens 30 Minuten ein und fahre verschiedene Straßenarten:

  • Stadt: Schalten, Lenken, Rangieren testen
  • Landstraße: Fahrverhalten bei mittlerer Geschwindigkeit
  • Autobahn: Vibrationen bei höherer Geschwindigkeit?
  • Bremsen hart testen – zieht das Auto zur Seite?
  • Geräusche bei Kurvenfahrt (Radlager, Gelenke)
  • Klimaanlage, Heizung, Radio und alle Schalter testen

5. Elektronik-Check

  • Alle Fenster elektrisch hoch/runter
  • Alle Lichter (Fern-, Abblend-, Nebel-, Rück-, Blinker)
  • Klimaanlage (kühlt sie noch richtig?)
  • Bordcomputer und Fehlermeldungen
  • Navigation und Infotainment
  • Einparkhilfe / Rückfahrkamera

6. OBD-Diagnose

Der OBD-Fehlerspeicher speichert alle Störungen, die das Fahrzeug registriert hat. Lass ihn in einer Werkstatt auslesen oder nutze ein eigenes OBD-Diagnosegerät (ab ca. €30).

Wichtig: Ein gelöschter Fehlerspeicher ist ein Warnsignal! Frage nach, warum er zurückgesetzt wurde.

7. Dokumente prüfen

  • Zulassungsbescheinigung Teil I und II (Typenschein in AT)
  • Serviceheft / digitales Serviceheft
  • TÜV/Pickerl-Berichte der letzten Jahre
  • Reparaturrechnungen
  • Fahrgestellnummer am Auto mit Papieren vergleichen

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