1. Vor der Besichtigung
- Termin bei Tageslicht vereinbaren – Mängel sind bei Kunstlicht schwerer zu erkennen
- Fachkundige Person mitnehmen, wenn möglich
- Taschenlampe, Magnet und Reifenprofilmesser einpacken
- Serviceheft und Fahrzeugpapiere vorab anfordern
2. Außen-Check
Lack und Karosserie:
- Farbunterschiede: Auf Nachlackierungen prüfen (verschiedene Betrachtungswinkel)
- Spaltmaße: Gleichmäßige Abstände zwischen Türen, Haube und Kofferraum
- Rost: Radläufe, Schweller, Türunterkanten und Unterboden kontrollieren
- Steinschlag: Windschutzscheibe und Motorhaube prüfen
- Dellen und Kratzer: Systematisch alle Seiten abgehen
Tipp: Fahre mit der flachen Hand über verdächtige Stellen. Nachlackierungen fühlen sich oft rauer an.
Reifen:
- Profiltiefe messen (Minimum 1,6mm, empfohlen mindestens 3mm)
- Gleichmäßige Abnutzung prüfen – ungleichmäßig deutet auf Fahrwerksprobleme hin
- Alter der Reifen (DOT-Nummer, max. 6 Jahre empfohlen)
- Marke und Qualität der Reifen beachten
3. Motor und Technik
- Kaltstart: Motor bei kaltem Motor starten – auf Geräusche achten
- Ölstand: Peilstab prüfen – Farbe (goldbraun = gut, schwarz = Service fällig)
- Kühlflüssigkeit: Stand und Farbe kontrollieren (kein Öl drin!)
- Zahnriemen/Steuerkette: Wann zuletzt gewechselt? (oft 100.000 km oder 5 Jahre)
- Auspuff: Weißer Rauch = Kühlwasser, blauer Rauch = Ölverbrauch
- Batterie: Alter und Zustand prüfen
4. Probefahrt
Plane mindestens 30 Minuten ein und fahre verschiedene Straßenarten:
- Stadt: Schalten, Lenken, Rangieren testen
- Landstraße: Fahrverhalten bei mittlerer Geschwindigkeit
- Autobahn: Vibrationen bei höherer Geschwindigkeit?
- Bremsen hart testen – zieht das Auto zur Seite?
- Geräusche bei Kurvenfahrt (Radlager, Gelenke)
- Klimaanlage, Heizung, Radio und alle Schalter testen
5. Elektronik-Check
- Alle Fenster elektrisch hoch/runter
- Alle Lichter (Fern-, Abblend-, Nebel-, Rück-, Blinker)
- Klimaanlage (kühlt sie noch richtig?)
- Bordcomputer und Fehlermeldungen
- Navigation und Infotainment
- Einparkhilfe / Rückfahrkamera
6. OBD-Diagnose
Der OBD-Fehlerspeicher speichert alle Störungen, die das Fahrzeug registriert hat. Lass ihn in einer Werkstatt auslesen oder nutze ein eigenes OBD-Diagnosegerät (ab ca. €30).
Wichtig: Ein gelöschter Fehlerspeicher ist ein Warnsignal! Frage nach, warum er zurückgesetzt wurde.
7. Dokumente prüfen
- Zulassungsbescheinigung Teil I und II (Typenschein in AT)
- Serviceheft / digitales Serviceheft
- TÜV/Pickerl-Berichte der letzten Jahre
- Reparaturrechnungen
- Fahrgestellnummer am Auto mit Papieren vergleichen